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30.07.2026

Emotionaler Sommerabend für die Spitex

An einem warmen Sommerabend unter dem klaren Sternehimmel fand die Spitex Night im Openair-Kino Allianz Cinema am Ufer des Zürichsees statt. Ein bisschen warm ums Herz wurde einem auch beim Film «Calle Malaga».

Die Hitzewelle macht vielen zu schaffen. Nicht aber dem Openair-Kino, das mit seinen rund 2000 Plätzen am Mittwochabend ausverkauft war, denn auch bei Filmende gegen Mitternacht zeigte das Thermometer noch 28 Grad an. Die Jäckchen konnte man so getrost über die Rücklehne hängen lassen.

Es war die vierte Spitex Night anlässlich des jährlichen Allianz Cinema am Zürichhorn. Dank unserer Zusammenarbeit mit Allianz Suisse und unserer Hauptsponsorin Zürcher Kantonalbank konnten auch dieses Jahr wieder zahlreiche Spitex-Mitarbeitende vergünstigt ins Kino oder gewannen mit etwas Losglück Tickets für die Spitex Night.

Temperaturmässig fühlte man sich fast ein bisschen in den in Marokko gedrehten Film versetzt. So manche Besuchende wagten noch einen Sprung in den Zürichsee, bevor die Sonne langsam unterging und man sich der Aufführung näherte. Beim Eingang gab es ein kostenloses Eis und man hörte im Publikum auffällig oft spanische Gespräche, denn die Konversationen im Film fanden hauptsächlich in Spanisch und etwas Arabisch statt mit Untertiteln.

Der Film berührte auch zentrale Themen der Spitex, auch wenn fast ein Drittel der Kundschaft noch nicht im Rentenalter ist, wie Claudia Schade, die Geschäftsleiterin des Spitex Verbands Kanton Zürich, in ihrer Ansprache betonte. Und doch dürfte die Hauptfigur vielen Mitarbeitenden durchaus vertraut vorkommen. Verwitwet, 79, seit 40 Jahren in ihrer Wohnung lebend und das sollte sich aus ihrer Perspektive auch nicht so schnell ändern. Unterstützung nimmt sie gerne an, etwa wenn Händler ihre Einkäufe zu ihr rauf bringen lassen, bewahrt aber weitgehend ihre Selbständigkeit.

Maria Angeles lebt seit Geburt in der einst grossen spanischen Gemeinschaft der Stadt Tanger im Norden Marokkos. Ihr Mann ist vor längerer Zeit gestorben, die meisten spanischen Freunde ebenfalls bis auf eine Nonne mit Schweigegelübde, die sie regelmässig für Monologe besucht. Ihre Tochter ist nach Madrid gezogen, wie viele andere Spanier auch. Doch Maria Angeles gefällt es in ihrer Nachbarschaft, führt an der Calle Malaga ein unspektakuläres, aber fröhliches Leben, ist mit ihren Nachbarn und den Händlern unten an der Strasse verbunden.

Dann wird sie bei einem seltenen Besuch ihrer Tochter Clara aus der Idylle gezogen. Diese arbeitet als alleinerziehende Mutter zweier Kinder in der Spitalpflege und kommt finanziell kaum über die Runden. Deswegen möchte sie die Wohnung ihrer Mutter, die ihr verstorbener Vater bereits vor Jahren auf Clara überschrieben hatte, verkaufen und stellt Maria Angeles vor vollendeten Tatsachen. Sie soll mit nach Madrid und sich um die Enkel kümmern, oder alternativ hat Clara einen Platz im Altersheim der spanischen Gemeinschaft reserviert, obwohl ihre Mutter keine gesundheitlichen Probleme offenbart.

Im Altersheim wird sie gut – oder eher überversorgt, verliert aber an Lebensfreude, weil sie widerwillig aus ihrer Wohnung und ihrem Umfeld herausgerissen wurde. Sie kehrt heimlich in die leere Wohnung zurück, versucht beim Antiquitätenhändler ihr Mobiliar Schritt für Schritt zurückzukaufen und verwandelt die Stube mit Hilfe der Nachbarn und Händler ihres Netzwerks für einige Abende in eine Fussballbar, um an Geld zu kommen.

Die Themen Alter und Heimat ziehen sich durch den Film mit einer Protagonistin, die sagt, dass sie hier geboren sei und hier sterben möchte. Ein Wunsch, den auch viele Menschen haben, die Pflege und Unterstützung bei der Spitex erhalten, damit sie weiter in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Aus Abneigung gegenüber dem Antiquitätenhändler Abslam entwickelt sich schrittweise Unterstützung, Sympathie, Liebe. Es kommt ein neuer Ruck in ihr Leben, während der Zeitpunkt naht, an dem die Tochter wieder nach Tanger kommen und den Vertrag mit den neuen Besitzern unterschreiben würde. Sie tut es, mitten während des Barbetriebs, zu ihrem grossen Erstaunen. Der Film endet schliesslich in einer warmen Sommernacht mit den unvereinbar erscheinenden Gefühlswelten von Mutter und Tochter, den unterschiedlichen Wünschen und Zukunftsplänen zwischen den Generationen und der fehlenden Lösung des Konflikts. Auf ein hollywoodmässiges Happy End wird verzichtet, der Ausgang einiger Handlungsstränge offengelassen.

Geöffnet waren dann auch die Ausgänge und der Barbetrieb im Allianz Cinema. In der schwülen Sommernacht ging es langsam nach Hause nach einer emotionalen Achterbahnfahrt im Kinosessel und dem Wiedersehen mit vielen Mitarbeitenden aus den Spitex-Organisationen des Kantons Zürich.

Der Film machte eindrücklich sichtbar, wie wichtig das vertraute Zuhause, das soziale Umfeld und möglichst viel Selbstbestimmung im Alter sind. Genau diese Ziele verfolgt die Spitex: Menschen so zu unterstützen, dass sie möglichst lange und möglichst selbständig dort leben können, wo sie die Heimat im Herzen verspüren. Einen herzlichen Dank allen Spitex-Mitarbeitenden, die sich jeden Tag und vielerorts auch nachts dafür einsetzen!

Hier geht es zur Bildergalerie.

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